FAQ

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  • Was ist ein «audiovisuelles Werk»?

    Für die Verwendungszwecke von ISAN ist der Begriff "audiovisuelles Werk" kein rechtliches, sondern ein praxisnahes Konzept. Die anwendbare ISO-Norm definiert "audiovisuelles Werk" wie folgt:

    Werk, das aus einer Sequenz von miteinander verbundenen Bildern besteht - mit oder ohne Ton - und mit geeigneten Mitteln als belebtes Bild sichtbar gemacht wird, unabhängig vom ursprünglich oder nachträglich verwendeten Medium.

    Beispiele von Arten audiovisueller Werke, denen eine ISAN (INDEV, V-ISAN, S-ISAN) zugeteilt werden kann sind: 

    • Langspielfilme und Kurzfilme
    • Realfilme (live action movie) oder Animationsfilme oder eine Kombination von beiden
    • Trailer 
    • Produktionen für Fernsehen oder andere Vertriebskanäle, einschliesslich einzelne Episoden von Fernsehserien
    • Industrie-, Lehr- und Instruktionsfilme
    • Werbefilme
    • Direktübertragungen und -aufnahmen von Ereignissen (wie Sportanlässe und Nachrichten);
    • Misch- und Multimediawerke, wenn diese eine signifikante audiovisuelle Komponente beinhalten. 

    Keine ISAN kann erteilt werden für: 

    • Nicht-audiovisuelle Bestandteile eines audiovisuellen Werkes z.B. Filmmusik, Drehbuch oder einzelne Bilder, Standfotos des Films oder Multimediawerke ohne audiovisuelle Komponente.
  • Verwendung einer ISAN

    Die ISAN ist die eindeutige Referenznummer für ein audiovisuelles Werk und sollte als solche in allen Systemen, die Informationen über audiovisuelle Werke verwalten und verarbeiten, als Datenelement enthalten sein. Verwertungsgesellschaften verwenden die ISAN beispielsweise bei der Verarbeitung von Informationen über die Auswertung von audiovisuellen Werken.

    Bei audiovisuellen Werken in digitaler Form sollte die ISAN in die entsprechenden Masterkopien des Werkes eingebettet und auf alle weiteren Kopien dieses Masters übertragen werden. Die MPEG-2 und MPEG-4-Normen (für die kodierte Darstellung von audiovisuellen und multimedialen Objekten) sehen eine Stelle für die ISAN-Identifikationsnummer im MPEG-Format vor.

    Bei audiovisuellen Werken in analoger Form sollte die ISAN in sicherer Form an die Masterkopie und an alle anderen Archivkopien angebracht werden. Bei neuen Werken kann die ISAN auf das Negativ der Masterkopie gedruckt werden. Für bereits bestehende Werke bedeutet dies eine sichere Koppelung von Werk und ISAN in Form eines dauerhaften Datensatzes, Archivs oder Inventars.

    Die ISAN wird ausserdem in der Regel in der Dokumentation, auf der Verpackung oder im Abspann eines audiovisuellen Werks vermerkt.

  • Wie wirkt sich ISAN auf das Urheberrecht aus?

    ISAN berührt das Urheberrecht in keiner Weise. Sie hat nichts mit dem Urheberrecht zu tun - weder nach europäischem noch nach nordamerikanischem Verständnis des Begriffs. ISAN ist eine Identifikationsnummer, eine Kennzeichnung ohne rechtliche Wirkung oder Bedeutung. Sie dient lediglich als Hilfsmittel für Verwertungsgesellschaften, um audiovisuelle Werke in ihren Datenbanken oder beim Informationsaustausch genau zu unterscheiden.

     

  • Ist eine ISAN für ein Filmwerk obligatorisch?

    Seit 2016 ist eine ISAN für Filmwerke (ab einer Länge von 60 Minuten) für bestimmte Unternehmen obligatorisch. Geregelt ist das in Art. 16a Filmverordnung (FiV, SR 443.11). Diese Verpflichtung gilt nur für die Inhaber_innen von Verwertungsrechten des Filmwerkes. Das sind in der Regel Produzentinnen und Verleihunternehmen.

    Die ISAN wird auch bei Anmeldungen von Filmfestivals verlangt. So etwa bei den Solothurner Filmtagen, wo die ISAN jedoch nur dann im Sinne der Filmverordnung obligatorisch wird, wenn ein Film durch die Solothurner Filmtage für die Vorführung während des Festivals auch tatsächlich selektioniert wird. 

    Es ist ein Werkzeug zur Arbeitserleichterung, entwickelt von der Industrie für die Industrie. Die Effizienz und die Präzision von ISAN bei der Identifizierung von audiovisuellen Werken machen aus ISAN eine logische Geschäftsentscheidung - ohne indes für alle Filmschaffenden und unabhängig von der Länge eines Filmes obligatorisch zu sein.

  • Wer erteilt die ISAN?

    Das ISAN-System wird von der ISAN International Agency (ISAN-IA) geführt, die das gesamte System koordiniert, sich für die technische Generierung der ISAN verantwortlich zeigt und eine zentrale Datenbank aller ISAN-Registrierungen verwaltet. ISAN-IA bestimmt die einzelnen ISAN-Registrierungsagenturen und beaufsichtigt deren Arbeit. Diese Agenturen wurden gegründet, um für spezifische Länder, Regionen oder bestimmte Industriesektoren tätig zu sein. Alle ISAN-Registrierungsagenturen arbeiten als Non-Profit-Organisationen.

  • Wer kann eine ISAN erstellen?

    Eine neue ISAN wird in der Regel durch die Filmproduzentin oder ihre Vertretung erstellt. Wird eine ISAN benötigt, bevor die Produzentin sie gelöst hat, kann auch der Verleih oder Vertrieb sowie ein/e Rechteinhaber_in die Anmeldung vornehmen. Die durch den Verleih, Vetrieb oder der/dem Rechteinhaber_in erstellte ISAN kann später der Produzentin zugeteilt werden. 

    Die Instanz oder Person, die eine ISAN beantragt, sollte in der Lage sein, diese ISAN auf permanente Weise am zu identifizierenden Werk anzubringen oder damit zu koppeln. Kund_innen müssen sich zuerst bei einer ISAN-Registrierungsagentur registrieren, um als Benutzer_innen des ISAN-System zugelassen zu werden. In diesem Zulassungsverfahren wird geprüft, ob der/die Kund_in im Filmbereich tätig ist. Diese Kundenregistrierung ist einmalig und kostenlos.

  • Was kostet eine ISAN?

  • Wer entwickelte die ISAN?

    Das ISAN-System wurde unter der Schirmherrschaft von "ISO/TC 46/SC 9" als internationale Norm entwickelt:

    • ISO ist die International Organization for Standardization (Weltnormenorganisation) mit Sitz in Genf;
    • TC 46 ist das Technical Committee (TC) der ISO für Fragen der Normung zu Information und Dokumentation;
    • SC 9 ist das Subcommittee (SC) des TC 46, das ISO-Normen zur Identifikation und Beschreibung von Informationsobjekten entwickelt und verwaltet. 

    Im Mai 1997 gründete ISO/TC 46 Subcommittee 9 eine Working Group (WG 1) zur Entwicklung des ISAN-Projektes. Das Projekt stand unter der Leitung:

    • AGICOA: Association de Gestion Internationale Collective des Oeuvres Audiovisuelles (Verband für die Internationale Kollektive Wahrnehmung für audiovisuelle Werke);
    • FIAPF: Fédération Internationale des Associations de Producteurs de Films (Internationale Vereinigung der Filmproduzentenverbände);
    • CISAC: Confédération Internationale des Sociétés d'Auteurs et de Compositeurs (Internationale Vereinigung der Autoren- und Komponistenverbände). 

    Vertreter aus mehreren Ländern und internationalen Verbänden waren Mitglied der ISAN- Working Group und haben aktiv zur Entwicklung des ISAN-Projekts beigetragen.

  • Der ISAN 2D Barcode

    Sobald Ihre audiovisuellen Werke eine ISAN erhalten haben, können Sie in Ihrem Kundenkonto den dazugehörigen Barcode herunter laden. Das zum Download zur Verfügung gestellte Paket besteht aus einem maschinenlesbaren 2D Barcode, dem ISAN Logo und der ISAN.